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Verantwortlich: Irmgard Kurek, Erste Polizeihauptkommissarin, Kreispolizeibehörde
Der Kreis Paderborn zeigt Flagge für Zivilcourage und gegen Gewalt. „Zeig Mut, schau hin und tu was“ ist das Motto, mit dem der Präventionsrat gegen Gewalt die Bevölkerung zum Hinsehen und Helfen motivieren will. Wegsehen ist keine Lösung und Helfen ist Ehrensache, denn mit Entschlossenheit statt Gleichgültigkeit kann sich jeder daran beteiligen, dass wir sicherer leben und uns sicherer fühlen. Gefordert ist dabei kein riskantes Heldentum; vielmehr genügt oft schon eine Kleinigkeit, um eine große Wirkung zu erzeugen.
„Was geht’s mich an?“ „Gibt es da nicht andere, die für so was zuständig sind?“ Es sind immer die gleichen Fragen und Einwände, mit denen Nichtstun gerechtfertigt wird. Zu viele sehen weg, wenn Courage und Hilfe erforderlich sind.
Zivilcourage in ihrer reinsten Form bewiesen mehrere Männer und Frauen aus dem Kreis Paderborn, die in den letzten Monaten mit ihren mutigen Taten vorbildhafte Zeichen setzten. Sie haben nicht weggesehen. Sie haben mutig, entschlossen, selbstlos hingesehen, gehandelt und geholfen. Dabei haben sie nicht an ihr eigenes Risiko gedacht oder gar überlegt, dass sie sich selbst Unannehmlichkeiten bereiten oder gar in Lebensgefahr bringen, sondern sich schnell, umsichtig und kompetent für andere Menschen eingesetzt.
Sie retteten andere Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen oder trugen dazu bei, Straftaten aufzuklären und Straftäter dingfest zu machen.
Diese couragierten Menschen stehen im Mittelpunkt, wenn sie im Rahmen der Feierstunde für ihre besonderen Leistungen öffentlich geehrt werden und ihnen gedankt wird.
Von niemandem kann verlangt werden, sich selbst in Gefahr zu begeben, um anderen zu helfen. Aber Hilfe kann meistens schnell organisiert werden, wenn man eben nicht wegsieht und andere aufmerksam macht oder per Handy die Polizei alarmiert.
Insbesondere für den Fall, dass eine Straftat beobachtet wird, gibt es sechs goldene Regeln, die zum Gelingen beitragen:
„Dass genau das gelingt, haben die Menschen bewiesen, die ich Ihnen jetzt vorstellen möchte und denen ich Dank und Anerkennung sage“, so Landrat Manfred Müller.
Am 06.08.2009 hatte eine 22-jährige Studentin gegen 13.40 Uhr in einem Geldinstitut am Westerntor Geld abgehoben und war dabei offenbar vom Täter beobachtet worden. Der Mann folgte der jungen Frau, entriss ihr im Vorbeilaufen die Handtasche und flüchtete mit der Beute. Die Überfallene lief ihm Hilfe rufend nach.
Montag, 14. September 2009: Zwei Kinder basteln in einem Linienbus Papierkügelchen und werfen diese in Richtung eines vor ihnen sitzenden männlichen Fahrgastes, der plötzlich aufspringt und beide Kinder ins Gesicht schlägt.
Eine Zeugin, die bei der Feierstunde leider verhindert war, greift sofort ein.
Frau Ziegenhahn beobachtete in der Nacht des 01.04.2010 an der Bahnhofstraße in Paderborn einen Mann, der sich an abgestellten Fahrrädern zu schaffen machte und informierte daraufhin unverzüglich die Polizei.
Herr Voß beobachtete am 01.04.2010 in Schloß Neuhaus drei Jugendliche beim Aufbrechen eines Autos. Er war gegen 05.25 Uhr durch einen lauten Knall aufmerksam geworden und sah, wie sich drei Jugendliche an einem geparkten PKW aufhielten. Die Heckscheibe des Toyota war mit einer Gehwegplatte eingeworfen worden.
Am 08.04.2010 erhielt Herr Schlung nachmittags den Telefonanruf einer Frau, die sich als seine Nichte ausgab und ihn wegen einer Notlage um Geld bat. Hinter diesem Anruf vermutete Herr Schlung den so genannten „Enkeltrick“, so dass er umgehend die Polizei informierte.
Während am späten Nachmittag des 15.04.2010 ein Hausbesitzer im Garten arbeitete, stand die Terrassentür des Einfamilienhauses offen. Als dann die Ehefrau von einem Einkauf nach Hause kam, entdeckte sie einen fremden Mann, der sich an einer Kommode im Schlafzimmer zu schaffen machte.
Robert Eri beobachtete am 24.05.2010 einen Mann, der eine große Reisetasche sowie eine Sporttasche, bei sich trug und mit einem Kinderfahrrad unterwegs war.
Die Sporttasche erkannte Herr Eri als Tasche eines Sportvereins, dem er selbst angehörte. Alle Umstände erschienen Robert Eri so verdächtig, dass er den Mann ans...
Wenn man jemandem Leben rettet, ist es das Größte, was man für einen anderen Menschen tun kann.
In den letzten Monaten haben im Kreis Paderborn mehrere Männer und Frauen andere Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet und dabei sogar das eigene Leben aufs Spiel gesetzt.
Am frühen Morgen des 24.07.2009 geriet ein Bauernhof zwischen Westenholz und Mastholte in Brand. Gegen 06.15 Uhr fuhr Herr Regett an dem Gehöft vorbei, nahm Brandgeruch wahr und entdeckte Qualmwolken aus dem Dach eines Nebengebäudes aufsteigen.
Bei einer Unteroffiziersversammlung der Heide-Kompanie im November 2009 leistete Herr Gisella auf dem Schützenplatz einem dort kollabierten Schützenbruder Erste Hilfe und führte bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Reanimationsmaßnahmen durch.
Am Abend des 14.02.2010 rettete Stefan Risse unter Einsatz seines eigenen Lebens eine 71jährige Frau aus ihrem brennenden Haus in Salzkotten-Upsprunge.
Die Frau war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs allein im Haus anwesend, hatte gegen 21.10 Uhr Brandgeruch wahrgenommen und Augenblicke später Flammen im Dachstuhl des ...
Am 03.02.2010 leistete Polizeikommissar Daniel Menne auf der B 64 einem verunglückten Lkw Fahrer, der wegen eines Herzinfarkts mit seinem schweren Sattelzug von der Fahrbahn abgekommen war, Erste Hilfe.
Polizeihauptkommissar Jürgen Koch und ein Kollege, der bei der Feierstunde leider verhindert war, haben am 13.05.2010 die teilweise noch schlafenden Bewohner eines Mehrfamilienhauses, in dem ein Wohnungsbrand ausgebrochen war, gerettet.
Am 01.06.2010 wurden Polizeihauptkommissar Volker Hildesheim, Polizeikommissar Sascha Krull und Polizeikommissar Marc Bogel zu einem Spielplatz gerufen, weil ein Mann versucht hatte, sich dort an einem Spielgerät zu erhängen.