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Pressemeldung vom 09.09.2010

„Wewelsburg, ich kann Dich nicht vergessen“

Luftbildaufnahme von der Wewelsburgzoom

Überlebende des KZ Wewelsburg-Niederhagen und ihre Erinnerungen


Vortrag von Kirsten John-Stucke mit anschließender Diskussion am Donnerstag, 16. September um 19 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg

Kreis Paderborn (krpb). Wie geht man mit den eigenen Erlebnissen als Häftling in einem Konzentrationslager um? Woran erinnern sich Überlebende, was war ihnen während der Haftzeit wichtig, was danach? Was haben sie als „Andenken“ an die KZ-Haft über so viele Jahre hinweg aufbewahrt, wie sprechen sie Jahrzehnte später über das Erlebte? Die Historikerin und stellvertretende Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, Kirsten John-Stucke, greift diese Fragen in ihrem Vortrag am Donnerstag, den 16. September um 19 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg auf. Die Historikerin wird zudem berichteten, wie die Erinnerungen und Erfahrungen der Zeitzeugen in der neuen Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ im umgebauten, ehemaligen Wachgebäude präsentiert werden.

An der Medienstation können Besucherinnen und Besucher sich Interviews mit ehemaligen KZ-Häftlingen anhören Seit der Einrichtung der ersten Dokumentation Wewelsburg 1933-1945 im Jahr 1982 werden die Berichte von ehemaligen KZ-Häftlingen gesammelt und Zeitzeugeninterviews aufgezeichnet und archiviert. Diese Erinnerungen der Überlebenden des KZ Niederhagen-Wewelsburg sind eine wichtige Quelle für das „Erfahrbarmachen“ ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. John-Stucke hat maßgeblich an der Planung der im April 2010 eröffneten neuen Dauerausstellung mitgewirkt. Dabei ging sie insbesondere der Frage nach, wie Menschen mit der Erfahrung, Opfer lebensbedrohlicher staatlicher Verfolgung geworden zu sein, umgehen.

In zeitgeschichtlichen Darstellungen werden Opfer von Gewalttaten, Staatsverbrechen oder Verfolgung häufig auf ihr Opfer-Dasein reduziert. Dabei sind sie in erster Linie Menschen, die zu einem Zeitpunkt ihres Lebens brutal aus ihrem gewohnten Alltag herausgerissen wurden und sich danach völlig neu orientieren mussten. Es sind Menschen, die vor und nach der Erfahrung, die sie zu Opfern macht, einen geregelten Tagesablauf haben, für ihren Unterhalt sorgen müssen, vielleicht Familien gründen und ihre Träume und Pläne zu realisieren versuchen. „Die Erlebnisse der Verfolgung machen in ihrem Leben eine prägende Erfahrung aus, die sie häufig bis an ihr Lebensende begleiten, doch ihr Dasein erschöpft sich nicht darin“, betont Ein Blick in die neue Dauerausstellung: Die neue Medienstation gibt ehemaligen KZ-Häftlingen eine Stimme und ein Gesicht John-Stucke. Die neue Dauerausstellung räumt deshalb auch den Lebensgeschichten von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers in Wewelsburg einen besonderen Raum ein: An einer Medienstation können Besucherinnen und Besucher Zeitzeugeninterviews ansehen und –hören und erfahren, wie die ehemaligen KZ-Häftlinge über ihr Leben, ihre Erlebnisse, die Zeit der Verfolgung und der KZ-Gefangenschaft und ihr Weiterleben nach dem Überleben denken.

Kirsten John-Stucke berichtet in ihrem Vortrag über den schwierigen Umgang der Zeitzeugen mit ihren Erinnerungen und über den Stellenwert, den die Zeitzeugenerinnerungen für die moderne Gedenkstättenarbeit haben. Beginn ist am Donnerstag, 16. September um 19 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg. Der Eintritt ist kostenlos.

Die Wewelsburg im Internet: www.wewelsburg.de.



Bildunterzeile - Foto links: An der Medienstation können Besucherinnen und Besucher sich Interviews mit ehemaligen KZ-Häftlingen anhören

Bildunterzeile - Foto rechts: Ein Blick in die neue Dauerausstellung: Die neue Medienstation gibt ehemaligen KZ-Häftlingen eine Stimme und ein Gesicht

Fotograf Matthias Groppe

 
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