Kreis Paderborn (krpb). Die Mitglieder des Paderborner Kreistages machen sich Sorgen um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Ostwestfalen-Lippe. Diese falle deutlich gegenüber anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen ab. Der zu erwartende Ärztemangel werde die Situation weiter verschärfen. Befürchtet werden auch negative Folgen für den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe. Der Aufbau einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe soll die regionale Versorgung verbessern. Ein entsprechender Resolutionstext wurde in der gestrigen Kreistagssitzung einstimmig auf den Weg gebracht.
„Der Kreistag Paderborn unterstützt die Weiterentwicklung eines innovativen Konzeptes über den Aufbau einer Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe im positiven Sinne. Er fordert die politischen Entscheidungsträger im Land Nordrhein-Westfalen und im Bund dazu auf, die organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die die Gründung der Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe zu schaffen“. So der einstimmige Beschluss im Wortlaut.
Der Aufbau einer Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe werde aus Sicht der Kreistagsmitglieder dazu beitragen, die gesundheitliche Versorgung in der Region zu verbessern. Auch werde die Aufmerksamkeit von Studienbewerbern und Studierenden auf die Region gelenkt, die regionale Bindung und die Niederlassungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte erhöht und die hohe medizinische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser weiter gestärkt.
Mit einer Medizinischen Fakultät würden mehr Kapazitäten zur Verfügung stehen, die für den doppelten Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen spätestens ab 2013 dringend erforderlich seien und der bisherigen regionalen Ungleichverteilung der medizinischen Studienplätze in NRW entgegenwirken würde, heißt es weiter im Text.
Das Forschungsprofil der Universität Bielefeld fördere die Vernetzung und Integration der Gesundheitseinrichtungen in der Region. Sie steigere das Potential der Region als Gesundheits-, Forschungs- und Wissenschaftsstandort und erhöhe die Anziehungskraft der Region für Komplementärbereiche (beispielsweise Pharmazie und Medizintechnik).