– Kreisverwaltung und Krankenkassen arbeiten künftig im Paderborner Kreishaus zusammen -
Kreis Paderborn (krpb). Wenn die Kräfte schwinden, Alter oder Krankheit alltägliche Dinge zum Problem werden lassen, stellt die fremde Situation sowohl Betroffene als auch Familienangehörige vor neue Herausforderungen. Wo bekomme ich Hilfe? Welche Angebote ambulanter Anbieter gibt es? Welche Kosten werden von der Pflegekasse übernommen, wann zahlt das Sozialamt? Zur Beantwortung sämtlicher Fragen rund um das Alter und die Pflege müssen Hilfesuchende mehrere Male zum Telefonhörer greifen, einige Wege in Kauf nehmen. Ab dem 1. Januar 2011 soll es einfacher werden: Im Paderborner Kreishaus wird ein Pflegestützpunkt eingerichtet. Ziel ist es, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörigen umfassend über vorhandene Hilfen, auch finanzieller Art, von der barrierefreien Wohnung über ambulante Pflege bis hin zur stationären Pflege im Pflegeheim zu informieren. „Die Menschen werden älter. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und damit auch der Beratungsbedarf. Dieser Pflegestützpunkt bietet Hilfe aus einem Guss“, erklärt Landrat Manfred Müller.
Ab dem neuen Jahr arbeiten die Pflegeberaterinnen des Sozialamtes des Kreises Paderborn sowie der Pflegekassen AOK NordWest und der Barmer GEK Tür an Tür im vierten Stock des Paderborner Kreishauses zusammen. Sie sind Ansprechpartnerinnen/-partner rund um die Pflege sowie zu den Leistungen der Pflege-, Krankenkassen- sowie Sozialleistungen. Dienstags und mittwochs im Vormittagsbereich sowie Donnerstagnachmittag helfen die Experten mit Rat und Tat. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Krankenkasse ist dabei nicht wichtig. „Jedem Bürger, der Rat sucht, wird geholfen“, versprechen die Beteiligten. Auskünfte und Beratungen im Pflegestützpunkt sind kostenfrei. Auf Wunsch schauen die Fachkräfte auch bei den Betroffenen persönlich in den eigenen vier Wänden vorbei.
Im Kreishaus besiegelten Landrat Manfred Müller, der Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK Paderborn, Klaus Birkhahn, und der Regionaldirektor der AOK NordWest, Frank Simolka, eine Vereinbarung zur Einrichtung dieses Pflegestützpunktes. Das Vertragswerk soll kurzfristig auch die Unterschriften der anderen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen tragen. „Mit dem Pflegestützpunkt schaffen wir ein Mehrwertangebot für Bürger. Die Praktiker sind vor Ort und arbeiten künftig Hand in Hand“, so Klaus Birkhahn. „Die Versorgungsqualität und -kontinuität für pflegebedürftige Menschen wird eindeutig verbessert“, bekräftigt Frank Simolka.
Unterstützend wirken auch die Stadt-, Gemeindeverwaltung und die beteiligten Pflegekassen AOK NordWest und Barmer GEK direkt vor Ort mit. Wenden sich Betroffene an sie, so organisieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach Bedarf und Sachverhalt den Kontakt zum Pflegestützpunkt.