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Kreis Paderborn (krpb). Ein Ort fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen: In Delbrück-Bentfeld läuft der Countdown für das 53. Kreisschützenfest vom 3. bis 6. September. Am Freitag, den 3. September um 20 Uhr startet in der 8.700 qm großen Zeltstadt in Delbrück-Bentfeld die bei Jugendlichen beliebte Discoparty. Auch in diesem Jahr soll eine Ordnungspartnerschaft dafür Sorge tragen, „dass der Jugendschutz greift und das Finale der diesjährigen Schützenfestsaison wirklich allen in guter Erinnerung bleibt. Dazu passen keine sturztrunkenen Jugendlichen“, erklärt Landrat Manfred Müller.
Auf Initiative des Landrates haben deshalb Vertreter des Kreisjugendamtes, der Kreispolizeibehörde, des Ordnungsamtes der Stadt Delbrück, des Sicherheitsdienstes, der Schützenbruderschaft Bentfeld, des Kreisschützenbundes und der Festwirt im Vorfeld an einem Tisch gesessen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der „Green Jacket Party“ zu gewährleisten. Diese Form der Ordnungspartnerschaft hat sich bereits in der Vergangenheit mehrfach bewährt.
Kern des Konzeptes ist es, dass betrunkene Jugendliche erst gar nicht auf das Festgelände gelangen. An Bushaltestellen werden deshalb Schützen ein wachsames Auge auf die Jugendlichen haben. Jene, die bereits angetrunken sind, kommen erst gar nicht durch. Polizei und Ordnungskräfte führen auf dem Festgelände umfangreiche Jugendschutz- und Alkoholkontrollen durch. Mitgeführte Flaschen wandern direkt aus Rucksäcken und Taschen in die Abfallbehälter. Ohne Vorlage eines gültigen Personalausweises gelangt niemand ins Partyzelt. Führerschein und Schülerausweis genügen nicht.
„Es geht nicht darum, jungen Menschen den Spaß zu verderben, sondern Verantwortung zu übernehmen und die Heranwachsenden konsequent zu schützen“ sag dazu Landrat Manfred Müller.
Die Sicherheitskräfte werden am Festwochenende nicht nur den Zeigefinger heben, sondern auch an die Einsicht und das Verständnis der jungen Menschen appellieren. Dafür steht die Polizeikampagne „STAY GOLD“. Eindringliche Bilder auf Bierdeckeln und Plakaten zeigen die Schattenseiten des exzessiven Alkoholkonsums. „STAY GOLD“ setzt auf Genuss mit Verstand: Denn etwas trinken ist okay - zu viel trinken aber absolut uncool.
Doch nicht nur am Veranstaltungstag selbst muss alles reibungslos funktionieren. Eine Party will und muss gut vorbereitet sein. Dazu hat das Paderborner Kreisjugendamt eine Jugendschutz-Checkliste mit den wichtigsten Verhaltensregeln und Empfehlungen erarbeitet, die ab sofort den Veranstaltern als Leitfaden dient. Im Vorfeld Sicherheitsdienste zu bestellen und Fahrdienste zu organisieren oder am Veranstaltungsabend auf die Jugendschutzbestimmungen hinzuweisen, sind dabei nur einige schriftliche Hinweise und Ratschläge, die das Kreisjugendamt auf Anregung des Präventionsrates zusammengestellt hat.
Polizei und Kreisjugendamt appellieren aber auch an die Erwachsenen. Denn gerade Eltern können schon im Vorfeld der Feier eine Menge zum Schutz des Nachwuchses beitragen. „Aufklärungsgespräche über die Risiken und Gefahren des Alkoholkonsums und festgelegte Ausgehzeiten sind richtig und wichtig“, betont Kreisjugendamtsleiter Hermann Hutsch. Darüber hinaus müssten sich alle Erwachsenen ihrer Vorbildfunktion gegenüber jungen Leuten bewusst sein und selber genau hinsehen. Denn jeder ist gefordert, wenn es um die Umsetzung und Einhaltung der Vorschriften geht. Bis zur Volljährigkeit tragen sie die Verantwortung für ihren Nachwuchs. „Wobei Eltern nicht alles erlauben müssen, was das Gesetz gestattet“, so Hutsch.
Klar geregelt ist, wie lange Kinder und Jugendliche auf dem Fest dabei sein dürfen. So verständigten sich alle Beteiligten darauf, dass eine Teilnahme unter 16-Jähriger an dieser öffentlichen Tanzveranstaltung grundsätzlich nicht erlaubt ist. Unerheblich ist dabei, ob ein Erziehungsberechtigter zur Begleitung mitkommt oder nicht. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich bis Mitternacht ins Getümmel stürzen.
Für 16- und 17-jährige erlaubt das Gesetz Bier und Wein in Maßen. Branntweinhaltige Alkoholika wie Schnäpse, Liköre, Rum und auch die so genannten Alkopops ist generell tabu für Minderjährige.
Um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen, hat der Gesetzgeber bereits im September 2007 das Rauchen von Jugendlichen unter 18 Jahren in der Öffentlichkeit untersagt. So werden auch die Mitglieder der Ordnungspartnerschaft darauf achten, dass unter 18-Jährige im Zelt und auch auf dem Festgelände nicht zum Glimmstängel greifen.
Damit alle Partygäste auf sicherstem Weg nach Hause kommen, sind am Freitagabend Nachtbusse im Einsatz. Nähere Informationen zum Fahrplan im Internet unter www.green-jacket-party.com.