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Pressemeldung vom 22.12.2010

Vom Wollen und Können

Machen sich gemeinsam stark für die Zukunft junger Menschen - (erste Reihe v. l.) Annerose Gierlichs-Berg, Berufswahlkoordinatorin der Mastbruchschule, Schulleiter Eduard Rammert, Landrat Manfred Müller, Rüdiger Matisz, Leiter der Agentur für Arbeit, Melanie Wagner-Thüs von der Agentur, (zweite Reihe v. l.) Walter Rövekamp, Geschäftsführer des Bildungsbüros, Oliver Vorndran, Leiter des Bildungsbüros, einige Zehntklässler von der Hauptschule Mastbruch und Raymund Koch von der Agentur.zoom

Hauptschule Mastbruch, Agentur für Arbeit und die Bildungsregion Kreis Paderborn ermöglichen Schülern Kompetenzchecks zur Berufsfindung


Kreis Paderborn (krpb). Als Raumausstatter später einmal Kundenwünsche erfüllen, davon träumt der 16-jährige Dominik. Auch seine Mitschülerin Bettina hat aus über 300 Ausbildungsberufen eine Auswahl getroffen. Als Floristin oder medizinische Fachangestellte möchte sie ins Berufsleben starten. Dass beide das Zeug dazu haben, belegt den Jugendlichen schwarz auf weiß ein Zertifikat. Mit dem Wunsch, einen perfekten Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu schaffen, haben die Zehntklässler und ihre Mitschüler im vergangenen Jahr selbstbewusst an der Kompetenzanalyse des Unternehmens pbreport aus Borchen teilgenommen.

Mit dem Ziel, dass alle Schülerinnen und Schüler nach der 10. Klasse einen passenden Anschluss auf dem Berufsmarkt finden, haben sich die Mastbruchschule, die Agentur für Arbeit und die Bildungsregion Kreis Paderborn zusammen gefunden. Gemeinsam möchten sie die Jugendlichen künftig durch die so genannte Kompetenzanalyse bei ihrer Berufswahl unterstützen.

„Wir möchten jeden Schüler im Bildungssystem mitnehmen. Wir brauchen junge Menschen, die berufliche Perspektiven entwickeln und ihren Mann oder ihre Frau im Job stehen“, betonte Landrat Manfred Müller im Gespräch mit der Schulleitung und den Zehntklässlern. Um die Jugendlichen auf ihrem Weg zu begleiten und die nötigen Voraussetzungen für einen Start ins Berufsleben zu schaffen, waren der Behördenchef, der Leiter der Agentur für Arbeit und seine Mitarbeiter, sowie der Leiter und der Geschäftsführer des Bildungsbüros der Bildungsregion Kreis Paderborn in die Mastbruchschule gekommen. Mit einer Unterschrift besiegelten die Beteiligten direkt vor Ort ihre künftige Zusammenarbeit, sicherten finanzielle Unterstützung zu.

Bereits seit drei Jahren werden an der Hauptschule Mastbruch Kompetenzchecks durchgeführt. Nun geht ein bewährtes Verfahren in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro des Kreises Paderborn und der Agentur für Arbeit weiter.

Vom Unternehmen pbreport wissenschaftlich erprobt, gibt der Kompetenzcheck den jungen Menschen aus Sicht der Unternehmen und ihren Anforderungen ein Feedback zu ihren Stärken, Schwächen, zeigt auch Förderbedarfe auf.

99 Schülerinnen und Schüler haben im Jahr 2009 am Verfahren teilgenommen. Derzeit lassen 90 Schülerinnen und Schüler eine Momentaufnahme fertigen.

Dazu wird die Klasse des Jahrgangs in Kleingruppen geteilt. Anschließend erwartet die Schüler eine optimierte Mischung aus Assessment-Modulen. Neben der praktischen Geschicklichkeit werden das Konzentrationsvermögen, das Mathematikverständnis sowie die Deutschkenntnisse überprüft. Einem Stress-im-Alltag-Test müssen sich die Jugendlichen ebenso stellen wie einem Sportparcours. Ein persönliches Bilanzgespräch ermöglicht abschließend einen Blick auf die beruflichen Interessen der Jugendlichen, ihre Stärken und eine realistische, mögliche Berufswahl.

Dass die Jugendlichen ihre Chancen ergreifen müssen, aber auch ihr persönliches Engagement wichtig ist, betonten Landrat Manfred Müller und der Leiter der Agentur für Arbeit, Rüdiger Matisz. „Ihr seid gefordert, ihr seid gefragt“, so der Appell des Landrates an die 16-Jährigen. „Ihr werdet eine Rolle spielen, im großen Räderwerk der Volkswirtschaft, die darauf baut, dass es gute Kräfte gibt“.

Es ist wichtig, „dass die Richtigen am rechten Ort sind, oder ihren Wünschen entsprechend richtig vorbereitet sind“, unterstreicht auch Schulleiter Eduard Rammert. „Denn erst wenn Forderung erkannt und wahrgenommen wird, kann Förderung gezielt einsetzen“, so Rammert, der gemeinsam mit dem Kollegium und der ortsansässigen Wirtschaft, den mittelständischen Betrieben neben dem Kompetenzcheck auch weitere umfangreiche Hilfen im Bereich der Berufsorientierung anbietet.

Sehr gut punkten konnte bereits Marcel. Aufgrund einer erfolgreichen Präsentation hat der Schüler schon eine Ausbildungsstelle in der Tasche. Durch den Kompetenzcheck und das Stärken-betonte Zertifikat „konnte der Meister sehen, wie ich in der Praxis bin“, so Marcel. Nach der Schule wird der Schüler als Auszubildender in einem Malerbetrieb starten.

Überzeugt davon, dass neben Marcels Einsatz auch das Engagement der anderen Schüler bei den Betrieben Eindruck macht, wünscht auch Rüdiger Matisz den Jugendlichen viel Erfolg auf ihrem künftigen Berufsweg. „Ihr müsst eure Stärken und Schwächen kennen, um später darauf aufbauen zu können“, ergänzt Matisz. Durch den frühzeitigen Check in der 9. Klasse bleibt nun auch „noch Zeit, die Berufswahl zu vertiefen“, so der Fachmann.

Eine Befragung mit den Schülern und Lehrern wird bereits im nächsten Jahr zeigen, wie erfolgreich das Verfahren und Vorgehen war. Die Ergebnisse sind voraussichtlich im Sommer 2011 auf der Internetseite des Bildungsbüros unter www.bildungsregion-paderborn.de abrufbar.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich pro Jahr auf rund 13.000 €. 6.500 € übernimmt die Agentur für Arbeit, die restlichen Kosten trägt der Kreis Paderborn.

 
Kreis Paderborn - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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