Kreis Paderborn (krpb). Das in 1968 gebaute Chemische Untersuchungsamt des Kreises Paderborn schließt Ende Januar kommenden Jahres seine Türen. Die Aufgaben werden künftig in einem integrierten Untersuchungsamt in gemeinsamer Trägerschaft von Land und Kommunen in Detmold wahrgenommen. Doch was passiert mit dem leer stehenden Gebäude? Die Paderborner Kreisverwaltung stellte in der jüngsten Kreistagssitzung drei Planungsalternativen vor: Nutzung der überwiegend technischen Räume ohne Umbau (Variante1), eine Umwandlung der Laborräume in Büroräume (Variante 2) oder Abriss mit anschließendem Neubau (Variante 3). Die Verwaltung favorisiert einen Neubau mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 3 Millionen Euro. 130 Büroarbeitsplätze könnten dann geschaffen, die kreiseigenen, sanierungsbedürftigen Gebäude an der Riemekestraße aufgegeben und die Kosten an einem anderen, angemieteten Gebäude eingespart werden. In der Abstimmung über den Paderborner Kreishaushalt wurde die Investitionssumme mit einem Sperrvermerk versehen, weil in den Fraktionen noch Beratungsbedarf besteht. Landrat Manfred Müller will die Thematik im kommenden Jahr in die Fachausschüsse hinein geben. „Wir möchten die wirtschaftlichste und preisgünstigste Alternative“, sagt Müller. "Und das kann auch ein Ersatzbau sein ".
Dabei dürfe man nicht nur kurzfristig den einmaligen Investitionsbetrag von drei Millionen Euro im Blick sondern auch die eingesparten Mietkosten und den sich bereits jetzt abzeichnenden Raumbedarf mit auf dem Rechenblock haben, so Müller. Alles andere sei Flickenschusterei „und zu kurz gesprungen“, so Müller. Variante 1 bestehe faktisch nur auf dem Papier, weil umgebaut werden müsse. Fassade und Fenster seien ebenso wie die sanitären Anlagen marode. Auch entspreche der Brandschutz nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die technischen Räume müssten umgebaut werden, um sie für Büroarbeiten nutzen zu können. Variante 2, also Umbau, liefere maximal 35 Büroarbeitsplätze. Doch bereits jetzt sei der Raumbedarf wesentlich höher. Auch das Paderborner Kreishaus platze aus allen Nähten. Umzubauen und genau zu wissen, dass dies nicht ausreiche, mache aus Sicht der Verwaltung keinen Sinn. Variante 3, also Abriss und Neubau, biete die Chance, die
drei maroden Gebäude an der Riemekestraße und ein angemietetes Gebäude aufzugeben und damit Miet- und Betriebskosten von ca. 170.000 € jährlich einzusparen. Die aus den 40er Jahren stammenden, kreiseigenen Familienhäuser in der Riemekestraße sind bereits von ihrem Wohncharakter her nur bedingt für eine Verwaltung nutzbar. Zudem sind die drei Gebäude das, was ein Fachmann abgängig nennt: Also völlig marode und eigentlich schon seit Jahren ein Dauerbrenner. Eine Sanierung lohnt nicht. Die Gebäude könnten nach einem Umzug abgerissen, die frei werdende Fläche für Besucherparkplätze genutzt werden, die ebenfalls dringend benötigt werden. Bereits Anfang des kommenden Jahres soll die Gesamtthematik deshalb in den Ausschüssen beraten werden.
Foto links: Ein Blick in das Innenleben der Laborräume
Foto rechts: Dauerbrenner: Die "Wohnhäuser" an der Riemekestraße sind marode