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Kreis Paderborn (krpb). Zäune in Wald und Feld können zur tödlichen Falle für Bussarde, Rotmilane und Eulen werden. Die Greifvögel verfangen sich mit ihren Flügeln und verenden qualvoll, wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden. Auch heimisches Wild verletzt sich immer wieder in dem Drahtgeflecht. Viele dieser Zäune sind jedoch längst überflüssig, weil Höfe aufgegeben wurden oder die Bewirtschaftung von Grün- auf Ackerland erfolgt ist. Der Kreis Paderborn beabsichtigt zum Schutz der gefährdeten Greifvögel und zur Vermeidung von Wildverletzungen die nicht mehr benötigten Drahtzäune von öffentlichen Grundstücken zu entfernen. Auch Privatpersonen können sich ab sofort an das Amt für Umwelt, Natur und Klimaschutz der Kreisverwaltung Paderborn wenden. Auf Wunsch werden auf ihren Grundstücken Zäune und Draht kostenlos entfernt und entsorgt. „Das ist selbstverständlich nur ein Angebot“, betont Amtsleiter Martin Hübner.
Für die Einfriedung von Rindern, Pferden oder Schafen sind Zäune selbstverständlich unentbehrlich. Mit dieser Aktion sollen lediglich jene entfernt werden, die nicht mehr gebraucht werden, „um Greifvögel als wichtiges Glied in der Kette des heimischen Ökosystems zu schützen und Wildverletzungen zu vermeiden“, erklärt Hübner weiter. Die Arbeiten werden durch Mitarbeiter der Paderborner Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit e.V. durchgeführt. Wer also Zäune auf seinem Grundstück hat, die überflüssig sind, kann diese ab sofort kostenlos entfernen lassen. Ansprechpartnerin im Amt für Umwelt, Natur und Klimaschutz ist Anette Radoy, 05251 308 131.
Nachdem die Greifvögel in den 70er Jahren in Deutschland fast ausgerottet waren, haben sich die Bestände dank aktiver Artenschutzprogramme in Verbindung mit Jagdverboten in den letzten Jahren erholt. Zäune sind für die Tiere ein gefährliches Unterfangen. Fußgänger, die verletzte Tiere entdecken, sollten das der Kreisverwaltung Paderborn (05251 308 124, Werner Sonnabend) oder der Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen „Essenthoer Mühle" (02992 8684) umgehend melden, damit die Tiere rechtzeitig befreit werden können.